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Modernes Unternehmen mit Zukunft

Die Wurzeln der Fernwärmeversorgung in Teltow reichen bis in die 60er-Jahre zurück, als die ersten rund fünf Kilometer Leitungsnetz entstanden. Heute betreibt die Fernwärme Teltow GmbH als kommunales Unternehmen ein Netz von etwa 54 Kilometern Länge mit rund 1.150 Anschlussstationen und versorgt damit einen Großteil der Teltower Bevölkerung. Die technische und organisatorische Arbeit dahinter wird von einem eingespielten Team getragen, das den Betrieb des Netzes, die Erzeugung und die Betreuung der Anschlussstellen zuverlässig sicherstellt. Viele Mitarbeitende begleiten das Netz seit Jahren und verfügen über umfassende Erfahrung im Umgang mit den Anlagen und der Infrastruktur.

Wir möchten mehr über die Entwicklung des Netzes, die zukünftigen Planungen und die weitere Entwicklung der Fernwärme erfahren und sprechen mit Geschäftsführer Paul Lohse und Heizwerkleiter Bernd Neßel.

lokal. report: Wie hat sich das Netz in den letzten 50 Jahren entwickelt?

Bernd Neßel: Die ersten Leitungen entstanden im Flussviertel, damals noch mit Dampferzeugung vom GRW-Heizwerk beheizt, und in der Neuen Wohnstadt. Wesentliche Schritte waren der Bau des Heizwerks I an der Osdorfer Straße im Jahr 1986, die Gründung der Fernwärme Teltow GmbH (FWT) im Jahr 1991 sowie der Bau des Heizwerks III an der Oderstraße 1994. Seither wurde das Netz fortlaufend modernisiert und ausgebaut. Heute versorgen wir etwa zwei Drittel der Teltower Bürger. Zu Beginn hatten wir eine Heizleistung von fünf Megawatt, heute sind es fast 46 Megawatt.

Welche Stadtgebiete werden heute von der Fernwärme versorgt? Gibt es eine Karte dazu?

Paul Lohse: Versorgt werden große Teile des Stadtgebiets, unter anderem das Flussviertel, das Postviertel, Mühlendorf, der Ruhlsdorfer Platz, die Händelstraße, der Heinersdorfer Weg und Teile des Techno Terrains Teltow. Grundlage ist die Fernwärmesatzung der Stadt Teltow, die die Geltungsbereiche für Fernwärme festlegt. Eine aktuelle Darstellung des Anschlussgebiets ist öffentlich einsehbar, zum Beispiel auf unserer Homepage unter: https://fwt-teltow.de/das-anschlussgebiet/

Welche Erweiterungen sind geplant? Und gibt es Fördermittel für Eigentümerinnen und Eigentümer?

Bernd Neßel: Wir prüfen fortlaufend Erweiterungsmöglichkeiten innerhalb der bestehenden Satzungsgebiete. Für Eigentümerinnen und Eigentümer stehen verschiedene Förderprogramme zur Verfügung. Welche Förderung im Einzelfall möglich ist, hängt vom jeweiligen Vorhaben und den geltenden Förderbedingungen ab. Die aktuelle Erzeugungskapazität ist ausreichend. Im Transformationsplan wurden unter anderem Solarthermie, Biomasse, Großwärmepumpen und Wärmespeicher als mögliche Bausteine der weiteren Wärmeversorgung untersucht.

Was bedeutet das?

Paul Lohse: BEW steht für ‚Bundesförderung für effiziente Wärmenetze‘. Ein Bestandteil des Förderprogramms ist der sogenannte Transformationsplan. Darin wird untersucht, wie ein bestehendes Wärmenetz in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden kann. Im Rahmen eines BEW-Transformationsplans ist ein Pfad zu einem treibhausgasneutralen Zielbild bis 2045 darzustellen. Damit haben wir uns in den vergangenen zwei Jahren intensiv beschäftigt und stehen hierzu in engem Austausch mit der Stadt Teltow. Parallel dazu erstellt die Stadt gemeinsam mit Stahnsdorf und Kleinmachnow eine interkommunale Wärmeplanung. Sobald diese veröffentlicht ist, können sich Bürgerinnen und Bürger über die darin dargestellten Wärmeversorgungsgebiete und Planungen informieren.

Was passiert, wenn einzelne Hauseigentümerinnen und -eigentümer im geplanten Fernwärmegebiet nicht angeschlossen werden wollen?

Bernd Neßel: In den heute bestehenden Satzungsgebieten besteht ein Anschluss- und Benutzungszwang. Bestehende Heizungsanlagen dürfen dort in der Regel bis zum Ende ihrer wirtschaftlichen Lebensdauer weiterbetrieben werden. Für Ausnahmen oder Befreiungen sieht die Satzung ein formales Verfahren vor. Haus-Eigentümerinnen und -Eigentümer können bei der Stadt einen entsprechenden Antrag stellen, der dort geprüft wird. Die Stadt steht dabei im engen Austausch mit der Fernwärme Teltow GmbH. Wer eine alternative Wärmeversorgung, wie zum Beispiel eine Wärmepumpe, plant, kann ebenfalls einen Befreiungsantrag stellen. Ob dieser genehmigt wird, hängt von den technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen des jeweiligen Gebäudes ab. Grundsätzlich bietet die Fernwärme den Vorteil, dass Erzeugung und Betrieb zentral erfolgen und damit ein sehr geringer Wartungsaufwand für die Eigentümer entsteht. Diese Vorgehensweise gilt auch für künftig neu ausgewiesene Fernwärmegebiete, sobald diese durch eine Satzung festgelegt werden.

Können sich auch Bewohnerinnen und Bewohner anschließen lassen, die außerhalb des Netzes wohnen?

Paul Lohse: Grundsätzlich ja – sofern eine technische und wirtschaftliche Anschlussmöglichkeit besteht. Einzelanschlüsse außerhalb des bestehenden Netzes sind jedoch häufig mit einem hohen Aufwand verbunden. Sinnvoller sind Zusammenschlüsse mehrerer Gebäude oder Quartierslösungen, weil dadurch Leitungswege gebündelt und Kosten reduziert werden können. Eine erste Einschätzung können wir nach einer formlosen Anfrage schnell vornehmen. Es lohnt sich auf jeden Fall, bei uns nachzufrag

Welche Kosten kämen bei einer Umrüstung auf die Kundinnen und Kunden zu?

Paul Lohse: Die Kosten hängen vom Gebäude, der Leitungslänge und der benötigten Leistung ab. Bei einem Anschluss an die Fernwärme spielen mehrere Faktoren eine Rolle, zum Beispiel die Fernwärmestation, die Anschlussbedingungen im Gebäude und der technische Aufwand vor Ort. Welche Komponenten im Einzelfall erforderlich sind, klären wir im Rahmen einer individuellen Prüfung. Für viele Vorhaben bestehen Fördermöglichkeiten, die einen Teil der Investitionen abfedern können. Bei einem Wechsel zur Fernwärme muss die bestehende Heizungsanlage in der Regel stillgelegt werden.

Ist Fernwärme teurer als eine eigene Heizung?

Paul Lohse: Ein reiner Vergleich des Arbeitspreises greift zu kurz. Fernwärmepreise setzen sich aus verschiedenen Preisbestandteilen zusammen. Bei den von der FWT bereitgestellten Übergabestationen sind zudem die jeweiligen Leistungen und Kostenbestandteile zu berücksichtigen. Für einen Vergleich mit einer eigenen Heizungsanlage sollten deshalb neben den Energiekosten auch die jeweiligen Investitions-, Betriebs- und Instandhaltungskosten betrachtet werden.

Welche zusätzlichen Wärmequellen werden für die weitere Entwicklung der Fernwärme untersucht?

Paul Lohse: Bei der Wärmeversorgung kommen bereits heute verschiedene Energiequellen und Technologien zum Einsatz, darunter Biomethan, Holz und Solarthermie. Photovoltaikanlagen erzeugen darüber hinaus Strom für den Eigenbedarf unserer Anlagen. Im Transformationsplan wurden weitere Möglichkeiten untersucht, darunter zusätzliche Solarthermieflächen, die Nutzung von Umweltwärme aus dem Teltowkanal über eine Flusswasser-Wärmepumpe, Großwärmepumpen, saisonale Speicher sowie perspektivisch Geothermie. Eine Solarthermieanlage am Stadthafen ist bereits auf zwei Dächern in Betrieb, eine weitere Fläche befindet sich in Vorbereitung.

Bernd Neßel: Im Heizwerk I an der Osdorfer Straße betreiben wir zwei Blockheizkraftwerke, deren Abwärme vollständig in das Fernwärmenetz eingespeist wird. Neben dem Heizwerk III in der Oderstraße befindet sich zudem eine Biomasseanlage, deren Wärme wir zukaufen und einspeisen. Derzeit befinden wir uns mit dem Betreiber in Gesprächen über eine mögliche Erweiterung der Kapazitäten. Dadurch könnte künftig zusätzliche Wärme aus dieser Anlage in das Fernwärmenetz eingespeist werden. Ob und in welchem Umfang die Erweiterung umgesetzt wird, hängt vom Ergebnis der laufenden Gespräche und den weiteren technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Für das Wärmenetz der FWT ist inzwischen ein Primärenergiefaktor (PEF) von 0,40 ausgewiesen. Die zugrunde liegende Bescheinigung basiert auf Planungsdaten. Der Primärenergiefaktor ist eine Kennzahl für die energetische Bewertung der Wärmeversorgung und wird unter anderem im Rahmen gesetzlicher Anforderungen an Gebäude verwendet.

Im Transformationsplan ist eine 20.000 Quadratmeter große Solarthermiefläche verzeichnet. Wo genau befindet sich diese Fläche?

Paul Lohse: Dabei handelt es sich um technisch geeignete Flächen in der Nähe unserer Hauptleitungen. Diese Flächen werden derzeit gemeinsam mit der Stadt Teltow näher untersucht. Eine finale Entscheidung erfolgt erst nach Abschluss der Detailplanungen. Fernwärme ermöglicht es, Wärme zentral zu erzeugen und über ein Leitungsnetz an angeschlossene Gebäude zu verteilen. Welche Rolle sie künftig in Teltow spielt, wird unter anderem im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung betrachtet. Zu den im Transformationsplan untersuchten Maßnahmen gehören unter anderem Solarthermie, Speichertechnologien und die weitere Digitalisierung. Welche Maßnahmen umgesetzt werden, hängt von den jeweiligen technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen ab.

Das Interview führte Elisabeth Kaufmann.

Fernwärme Teltow GmbH
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14513 Teltow

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E-Mail:
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Die Fernwärme Teltow ist einer der größte
Solarstromproduzent in der Stadt Teltow.

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